200 Jahre Kolping

Abschluss des Jubiläumsjahres

Zweihundert Jahre Adolph Kolping

Bischof Bode (Mitte) während der Übergabe des Buches „Adolph Kolpings Worte für uns“, für das die verschiedenen Kolpingsfamilien aus dem Bistum jeweils einige Seiten zu einem Kolpingzitat gestaltet haben. Foto: Uwe Lewandowski

Bischof Bode (Mitte) während der Übergabe des Buches „Adolph Kolpings Worte für uns“, für das die verschiedenen Kolpingsfamilien aus dem Bistum jeweils einige Seiten zu einem Kolpingzitat gestaltet haben. Foto: Uwe Lewandowski

Osnabrück. Am 8. Dezember 1813, kam Adolph Kolping in Kerpen zur Welt. Zu einem Pontifikalamt anlässlich des 200. Geburtstages des katholischen Priesters kamen an diesem Sonntag Kolpingmitglieder aus dem gesamten Bistum im Osnabrücker Dom zusammen. Der Gottesdienst und ein daran anschließender Festakt in der Ursulaschule markierten Abschluss und Höhepunkt des Jubiläumsjahres, in dessen Verlauf auf vielfache Weise an die Aktualität des Wirkens Kolpings erinnert worden war.

„Wenn Kolping nicht vor 200 Jahren das Licht der Welt erblickt hätte, vermissten wir ihn heute sehr“, unterstrich Bischof Franz-Josef Bode in seiner Predigt die Relevanz Kolpings für die Gegenwart. Kolping habe als Person in Gesellschaft und Kirche gleichermaßen Geschichte gemacht, sein Werk und sein Vermächtnis seien zeitlos und erreichten die Menschen aller Generationen. Bode würdigte Kolping als einen Menschen, der neben einem genauen Einblick in die sozialen Probleme seiner Zeit auch den Mut besessen habe, diesen entgegenzutreten: „Wer selbst sein Leben in die Hand nimmt und bereit ist, gegen den Strom zu schwimmen, kann andere bewegen“, formulierte Bode eine Erkenntnis, die sich aus dem Leben Kolpings ableiten lasse. Sein Einsatz für Bildung, Gerechtigkeit und Gemeinwohl bezeuge ein engagiertes, selbstbewusstes Christentum, dem das politische und gesellschaftliche Engagement stets immanent sei. An den Geburtstag Kolpings geknüpft sei der Aufruf zu einem unbequemen Christentum, welches als „Kirche der Völker“ auch die nächsten 200 Jahre lebendig sein könne.

Stellvertretend für die Politik würdigte Landrat Michael Lübbersmann nach dem Gottesdienst das Engagement der Kolpingbewegung: Die vielen Veranstaltungen während des Jubiläumsjahres zeigten eine lebendige, starke Bewegung, in der Geschichte und Zukunft untrennbar verknüpft seien. Die Themen Kolpings seien heute „aktueller denn je“, mit seinem Plädoyer für Gerechtigkeit und Chancengleichheit habe Kolping Forderungen formuliert, denen sich die heutige Politik besonders verpflichtet fühle, sagte Lübbersmann.

„Vision und Weg – 200 Jahre Adolph Kolping“ lautete der Titel eines Vortrages von Diözesanehrenpräses Heinrich Jacob. Er zeichnete darin den Lebensweg Kolpings nach: Während des Wandels von der agrarischen Stände- zur säkularen Industriegesellschaft im neunzehnten Jahrhundert habe Kolping statt der Veränderung des Systems die Änderung des Einzelnen als Schlüssel zur Überwindung sozialer Verwerfungen gesehen.

 

Beispiel für die Kirche

Überlieferte Sätze wie „Wer sich an Gott hält, den lässt er niemals fallen“ oder „Nur mutig vorwärts, Gott wird für die Zukunft sorgen“ seien exemplarisch für die historische Person Kolping wie für die Kolpingverbände der Gegenwart: „Wenn wir ihn und sein Leben studieren, studieren wir auch die Kolpingfamilie. Beides ist untrennbar miteinander verknüpft“, sagte Jacob. Durch ihre demokratische Verfasstheit forderten die Kolpingsfamilien jeden zum Engagement auf. Das Bekenntnis zu Brüderlichkeit und Menschlichkeit mache den Kolping zu einer „Gemeinschaft, die nicht nur in der Kirche ist, sondern von der auch die ganze Kirche lernen kann“.

 

Artikel aus der NOZ am 08.12.2013 http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/434638/zweihundert-jahre-adolph-kolping

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