Platz der Wirtschaft auf Podium in Rhede bleibt leer

Über Sonntagsöffnung und Schichtarbeit diskutierten (von links) der Rheder Kolping-Vorsitzende Heinz Niesmann, Eberhard Krange, Petra Tiesmeyer, Reinhard Molitor und Bezirkspräses Alfons Heermann. Foto: Jürgen EdenÜber Sonntagsöffnung und Schichtarbeit diskutierten (von links) der Rheder Kolping-Vorsitzende Heinz Niesmann, Eberhard Krange, Petra Tiesmeyer, Reinhard Molitor und Bezirkspräses Alfons Heermann. Foto: Jürgen Eden

Rhede. „Der Sonntag: Tag des Herrn oder Tag der Wirtschaft?“ Über diese Frage haben rund 50 Leute beim Bezirksbildungstag des Kolpings Aschendorf/Ostfriesland in Rhede diskutiert. Obwohl Industrie und Handel die Aufweichung der Sonntagsruhe durch Schichtarbeit und verlängerte Ladenöffnungszeiten massiv vorantreiben würden, konnte nach Angaben vom Kolping kein Wirtschaftsvertreter für die Podiumsdiskussion gewonnen werden.

RHEDE. „Der Sonntag: Tag des Herrn oder Tag der Wirtschaft?“ Über diese Frage haben rund 50 Leute beim Bezirksbildungstag des Kolpings Aschendorf/Ostfriesland in Rhede diskutiert. Obwohl Industrie und Handel die Aufweichung der Sonntagsruhe durch Schichtarbeit und verlängerte Ladenöffnungszeiten massiv vorantreiben würden, konnte nach Angaben vom Kolping kein Wirtschaftsvertreter für die Podiumsdiskussion gewonnen werden.

Zündstoff hatte die gesellschaftliche Diskussion erst jüngst mit der Landesgartenschau in Papenburg und zusätzlichen Ladenöffnungszeiten am Sonntag erhalten. Bei einem Elektronikdiscounter hätte sogar die Polizei einschreiten müssen, weil sich Kunden um eine offenbar zu geringe Anzahl von Lockangeboten zankten.

„Nun kann man sagen, das hat nichts direkt mit der Sonntagsöffnung zu tun und die Diskussion um verlängerte Öffnungszeiten gibt es schon seit 25 Jahren. Aber wir wollen diese Entwicklung nicht gutheißen, weil der Sonntag immer stärker fremd bestimmt wird“, sagte Kolping-Bezirksvorsitzender Eberhard Krange.

Unterstützung bekam er von Kolping-Diözesan-Präses Reinhard Molitor, der mit der Vertreterin vom Deutschen Gewerkschaftsbund, Petra Tiesmeyer, auf dem Podium diskutierte. „Es geht uns als Kirche bei dieser Diskussion nicht so sehr darum, dass wir unsere Gotteshäuser voll bekommen, sondern darum, dass Menschen einen festen Tag zur seelischen Erholung und Begegnung haben“, sagte Molitor. Tiesmeyer stieß in dasselbe Horn: „In der Vergangenheit hat man an einem Sonnabend oder Sonntag zu einem Fest eingeladen und man konnte sicher sein, dass jeder Zeit hatte. Heute hingegen kommt es aufgrund von Schicht- oder Sonntagsarbeit immer häufiger zu Absagen.“ Das wirke sich mittlerweile auch auf das Ehrenamt aus, wo es immer weniger Freiwillige gebe, weil sie unterschiedliche Arbeitszeiten hätten oder einfach von den Schichtzeiten und dem zusätzlichen Stress kaputt seien.

Die Zunahme der Schicht- und Sonntagsarbeit ist nach den Worten der Gewerkschafterin ein schleichender Prozess, bei dem es um die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit ginge. „Im Widerspruch zu dieser These steht doch, dass Bayern die meisten Feiertage hat und trotzdem wirtschaftlich am Stärksten ist“.

Kritische Töne kamen auch aus dem Publikum: „Das Geld kann nur einmal ausgegeben werden. Mit der Sonntagsöffnung werden die Familien von Beschäftigten im Einzelhandel nur zusätzlich belastet“, sagte ein Zuhörer. Ein anderer Gast meinte: „Letztlich haben wir diese Entwicklung selbst in der Hand, in dem wir sonntags nicht einkaufen.“

 
Artikel aus der NOZ (http://www.noz.de/lokales/rhede/artikel/476237/platz-der-wirtschaft-auf-podium-in-rhede-bleibt-leer)

 

 

 

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